Inszenierung der Malstandorte William Turners

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Mitterhein für eine neue Generation von Literaten, Malern, Musikern, Dichtern und Denkern die Quelle ihrer Inspiration. Die ungezähmte Natur in all ihrer natürlichen Stärke und Urwüchsigkeit - manifestiert in schroffen Felsen, dem majestätischen Fluss, den steilen Hängen, von Ruinen gekrönt - wurde zum ästhetischen Ideal einer ganzen Epoche: die Rheinromantik war geboren. In Ihren Werken hinterließen sie Dokumente in form von Briefwechseln, Reisebeschreibungen, Gemälden, Gedichten Sagen und Gesängen, die wiederum ihre Rezipienten dazu animierten, das wilde Mittelrheintal zu bereisen- Somit war das erste bedeutsame touristische Reiseziel in Deutschland geboren - das Mittelrheintal. 

 

Der englische Maler Joseph Mallord William Turner bereiste inspiriert durch Reiseberichte, Romane und Gedichte 1817 das erste Mal das Mittelrheintal. Von Donnerstag, den 21. August bis Freitag, den 29. August hält er sich zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz auf beiden Rheinseiten auf. Er reist hierbei hauptsächlich zu Fuß, nutzt aber auch Fähre und Schiff. 

 

Der Zweckverband hat mit Hilfe des freien Künstlers und Privatdozenten Dr. Armin Thommes die Malstandorte Turners erster Rheinreise identifiziert. Turners genaue Beobachtungsgabe und sein uöngeheures Gespür für Dynamik und Lichtspiele hinterließen 26 Aquarelle, die hauptsächlich auf Skizzen seiner ersten Rheinreise basieren. Mit fast photographischer Präszision, aber dennoch künstlerisch überhöht und collagiert hält er Landschaften, Städte, Burgen und teilweise auch menschliche Aktivitäten fest. Turner lässt hiermit den Batrachter eintauchen in einen optischen und emotionalen Zustandsbericht des Mittelrheintals zur Zeit der Rheinromantik. 

 

Der Rheinromantik kommt so eine zentrale Rolle für die kulturelle Identität der Region zu. Diese Epoche wieder deutlicher, insbesondere auch außerhalb der Museumslandschaft, zu kommunizieren und inszenieren, ist das Ziel der "Erlebbarmachung der Malstandorte William Turners". 

 

 

 

Agentur-Pitch

Mit der Erlebbarmachung der Malstandorte William Turners soll die Turner'sche Rheinromantik aus der weltweiten Museumslandschaft in die Landschaft zurückgeholt werden, die Turner damals als eindrucksvolle Kulisse diente. Als Ergebnis geht eine romantische Inszenierung der Geeschichte des Mittelrheintals zu bedeutenden Persönlichkeiten der Rheinromantik, hier Turner, hervor. 

 

Gegenstand des Pitches ist die Entwicklung einer Konzeption für die Kommunikation (print und digital) sowie die visuelle Kenntlichmalchung Turners Malstandorte seiner Rheinreise. In der Kommunikation soll das ästhetische Ideal der Rheinromantik sowie der Landschaftswandel deutlich werden. Der Betrachter soll sozusagen durch Turners romantisierende Brille die Landschaft neu entdecken. 

Die Herausforderung der drei am Pitch teilnehmenden Kommunikationsagenturen lag in der Heterogenität der Standorte, die eine einheitliche gestalterische Konzeption aufweisen sollten, aber dennoch flexibel auf die örtlichen Gegebenheiten reagieren müssen. Dabei sollte auf eine massive Möblierung der Standorte verzichtet, sie aber dennoch deutlich erkennbar gestaltet werden.

Gewonnen hat das Büro schumacher.visuelle kommunikation aus Darmstadt. 

Der Pitch sowie die Ausarbeitung des Grobkonzeptes wurde durch die LAG Welterbe Oberes Mittelrheintal mit LEADER-Mitteln gefördert. 

Aktuell wird das Konzept fein abgestimmt, 2016 kann dann ggf. mit der Umsetzung des Projektes begonnen werden. 2017, zum 200jährigen Jubiläum Turners erster Rheinreise könnten die Malstandorte zum Teil realisiert sein. 

Förderhinweis

Dieses Projekt wurde gefördert im Rahmen des Entwicklungsprogrammes Paul unter der Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz, vertreten durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten.

Ein LEADER-Projekt der Lokalen Aktionsgruppe Welterbe Oberes Mittelrheintal in der Förderperiode 2007-2013