20.07.2010

Erneut fließen Millionen ins Mittelrheintal

 

Landrat Kern: Ein großer Erfolg für das Welterbe – Neun Kommunen erhalten Unterstützung aus Bundesprogramm – Auch „R(h)ein-Blicke“ werden gefördert

MITTELRHEIN. Großer Jubel im Mittelrheintal: Rund 7.8 Millionen Euro wird der Bund zur Förderung von Investitionen im Welterbe Oberes Mittelrheintal bereitstellen. Dies hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer jetzt in einer Presseerklärung bekannt gegeben. Insgesamt neun Projekte im Oberen Mittel-rheintal werden dadurch gefördert. Auch wenn die Verteilung der Fördersumme noch nicht offiziell bekannt gemacht wurde, so hat der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrhein, der die Anträge der Mittelrhein-Kommunen koordiniert hat, bereits in einer Vorabinformation erfahren, welche Einzelmaßnahmen gefördert werden. Das meiste Geld fließt nach Rüdesheim: Für die Sanierung des Osteinschen Parks auf dem Niederwald stellt der Bund insgesamt rund 2,5 Millionen Euro bereit. Die Stadt Bacharach erhält 1,65 Millionen Euro für die Neugestaltung des Rheinvorgeländes, welche insgesamt mit 1,835 Millionen Euro veranschlagt ist. Die Stadt St. Goar bekommt 1.2 Millionen Euro für die Neugestaltung des Hansenplatzes, des Marktplatzes und des Rheinufers (Gesamtvolumen: 1,3 Millionen Euro). Und erneut erhält auch die Marksburg in Braubach eine Förderung des Bundes: 92.250 der insgesamt benötigten 205.000 Euro werden für die Sanierung der Außenwände bereitgestellt. Darüber hinaus erhält Braubach 457.000 Euro für die insgesamt 1,015 Millionen Euro „schwere“ Sanierung der am Rhein gelegenen Philippsburg, in der das Europäische Burgeninstitut beheimatet ist. Für die Renovierung des Blüchermuseums in Kaub stehen 295.000 Euro bereit, für die Grundsicherung der Pfaffendorfer Kirche in Koblenz 400.000 Euro. Und die Stadt Oberwesel kann sich über 94.500 Euro für die Erschließung der westlichen Stadtmauer freuen.

„Besonders erfreulich ist es“, so der Vorsitzende des Welterbe-Zweckverbandes, Landrat Günter Kern (Rhein-Lahn-Kreis), „dass das Projekt „R(h)ein-Blicke“ mit knapp 1.1 Millionen Euro gefördert wird“. Hierbei geht es darum, an ausgewählten Stellen direkt am Rhein Orte mit besonderer Aufenthaltsqualität zu schaffen, die Bewohner wie Besucher zum Verweilen anlocken. Mittels eines Architektenwettbewerbs hatte der Zweckverband die ansprechendste Gestaltung der „R(h)ein-Blicke“ ermittelt; mit dem nun zugesagten Geld sollen neben den geplanten 3 Pilotstandorten weitere acht Standorte verwirklicht werden. Die Trägerschaft des Projektes hat die Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel übernommen, die stellvertretend für die einzelnen Standortkommunen die Realisierung der „R(h)ein-Blicke“ betreibt.

Die Bundesregierung hatte erstmals im vergangenen Jahr ein Investitionsprogramm für die 32 deutschen Welterbestätten aufgelegt. Von den damals insgesamt 150 Millionen Euro flossen fast zehn Prozent, nämlich 14 Millionen Euro in das Mittelrheintal. Millionenschwere Projekte wie die Sanierung des Hilchenhauses in Lorch oder der Kurfürstlichen Burg in Boppard konnten damit – nach oftmals langen Jahren des Wartens – endlich angegangen werden. 2010 kommt ein noch größerer Prozentanteil der Fördermittel des Bundes in das Tal zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz. Zwar ist das Gesamtvolumen mit 69,2 Millionen Euro kleiner als 2009, doch nach den Altstädten von Wismar und Stralsund, die insgesamt 9,9 Millionen Euro erhalten, ist das Mittelrheintal mit 7,8 Millionen Euro (11,3 Prozent) der zweitgrößte Empfänger dieses Geldsegens. „Wir sind erneut sehr glücklich“, so der Verbandsvorsitzende Günter Kern (Rhein-Lahn-Kreis), „dass das Mittelrheintal wiederum so reich bedacht wurde. Unsere Anstrengungen haben sich gelohnt.“ Genau 51 Projekte hatten die Kommunen im Mittelrheintal mit Hilfe des Zweckverbandes bei der für das Verkehrsministerium tätigen  Expertenkommission eingereicht, fast ein Siebtel aller insgesamt 362 Anträge, die die deutschen Welterbestätten vorgelegt haben. Dass davon neun Projekte bewilligt wurden, zeige die hohe Qualität der vorgesehenen Maßnahmen wie auch die gute Vorarbeit in den Städten und Gemeinden und beim Zweckverband, so Kern. Nun gelte es die Kofinanzierung seitens der Projektträger sicherzustellen, damit die Maßnahmen zügig umgesetzt werden können. Anders als im Vorjahr hat das Land Rheinland-Pfalz in diesem Jahr nicht zugesagt, die gleiche Summe wie der Bund in die geförderten Maßnahmen zu stecken.