11.09.2018

Managementplan als Leitfaden für die Entwicklung im Welterbe-Tal

Ein verbindlicher Managementplan für die UNESCO Welterbestätte Oberes Mittelrheintal soll als Leitfaden mögliche Herausforderungen und Lösungswege für eine weitere Entwicklung des Tals aufzeigen. Gemeinsam mit dem Land Hessen, dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und dem Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal hat das Innenministerium heute einen Zuwendungsvertrag zur Finanzierung des Managementplans unterzeichnet. Der Plan, der von der UNESCO vorgegeben ist, umfasst auch eine Studie zur Kulturlandschaftsverträglichkeit.

 

„Die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe im Jahre 2002 hat dem Tal seinerzeit einen Impuls zur Entwicklung und zur Zusammenarbeit gegeben. So wurde der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal gegründet, der alle Kommunen im Welterbegebiet umfasst und zahlreiche Projekte und Initiativen zur Entwicklung des Oberen Mittelrheintals umgesetzt hat“, betonte Innenminister Roger Lewentz. In den vergangenen Jahren seien gerade aufgrund des Welterbetitels umfangreiche Investitionen in das Mittelrheintal geleistet worden so Lewentz, der als Beispiele  Wanderwege wie den Rheinsteig und den Rhein-Burgen-Wanderweg, den Ausbau der Radwege, die Neugestaltung des Loreleyplateaus oder die Aufwertung der Festung Ehrenbreitstein im Rahmen der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz nannte.

 

„Ich sehe keinen Widerspruch zwischen dem Welterbetitel und den Entwicklungsmöglichkeiten des Mittelrheintals“, unterstrich Lewentz. Es gelte, die Projekte mit dem Charakter der Landschaft in Einklang zu bringen. Hier könne die Kulturlandschaftsverträglichkeitsstudie helfen, Projekte schneller bewerten zu können, ohne langfristige Abstimmung mit der UNESCO durchführen zu müssen. „Damit werden wir die Planungsprozesse für Projekte wie die Mittelrheinbrücke, die Ortsumgehung Braubach, den Ferienpark in Werlau oder das geplante Hotel am Günderodehaus in Oberwesel schneller abstimmen können“, so Lewentz. Der enge Kontakt zur UNESCO sei ein Erfolgsfaktor, betonte der Minister. Dadurch sei es gelungen, die Zustimmung zu Projekten wie der Mittelrheinbrücke oder der Seilbahn in Koblenz zu gewinnen. Die Hälfte der Kosten des Managementplans in Höhe von 240.000 Euro übernimmt das Innenministerium. Die zweite Hälfte übernehmen Zweckverband (60.000 Euro), Kulturministerium (36.000 Euro) und Wirtschaftsministerium Hessen (24.000 Euro).

 

Eine Impulswirkung und Aufbruchsstimmung wie mit der Verleihung des Welterbe-Titels erlebe die Region gerade auch bei den Planungen zur Bundesgartenschau 2031 bzw. 2029 - wenn sich die Mitglieder des Zweckverbandes für den vorgezogenen Zeitrahmen entscheiden, unterstrich Lewentz. Die Bundesgartenschau sei ein ideales Instrument um die Entwicklung der Region voranzutreiben, da sich alle Anstrengungen und Investitionen auf einen festgelegten Eröffnungstermin richten. Die Bundegartenschau in Koblenz habe gezeigt, dass mit einem solchen Großereignis eine nachhaltige Entwicklung und Profilierung der gesamten Region verbunden sei. Der Managementplan werde auch die Planungen zur Buga berücksichtigen und Hinweise zu deren mit dem Welterbe verträglichen Umsetzung geben.

 

Der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises und Vorsteher des Zweckverbandes, Frank Puchtler, betonte: „Der Welterbe-Status bringt die Region voran. Der Zweckverband versteht sich als Kümmerer und Motor der Region, der gerne die Federführung für die Erarbeitung des neuen Managementplans übernehme, um die Zukunft des Welterbes aktiv mitzugestalten. Von dem Managementplan versprechen wir uns alle sehr viel, denn er kann auf eine Vielzahl von Konzepten, Planungen und Studien aufbauen und in einem für alle verbindlichen Zukunftsprogramm zusammenführen.“

 

Kulturstaatssekretär Professor Salvatore Barbaro wies darauf hin, dass Entwicklungen und Veränderungen im Tal zum Charakter und Wesen dieses Welterbes gehörten, bei aller Einzigartigkeit der Landschaft. „Ausgangspunkt aller Entscheidungen müssen die Wahrung und der Schutz der Authenzität des Welterbes Mittelrheintal sein. Entwicklungen und Veränderungen müssen deshalb behutsam angegangen werden und dürfen auch in ihrer Summe nicht den Charakter der Kulturlandschaft verändern“, betonte der Welterbebeauftragte der Landesregierung. Managementpläne seien das zentrale Planungsinstrument für den Schutz, die Nutzung und die Weiterentwicklung von Welterbestätten.