06.08.2018

William-Turner-Route - Erste Standorte werden eröffnet

Vier der insgesamt 26 Blickpunkte an den Malstandorten William Turners wurden durch den Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal der Öffentlichkeit und den Städten St. Goar und St. Goarshausen übergeben.

v.l.n.r.: Hans-Josef Kring (Beigeordneter VG Loreley), Michael Schumacher (schumacher - konzept + design), Horst Vogt (Stadtbürgermeister St. Goar), Dr. Marlon Bröhr (Landrat Rhein-Hunsrück-Kreis, Vorstand Welterbe-Zweckverband), Thomas Bungert (Bürgermeister VG St. Goar-Oberwesel, LAG-Vorsitzender), Andreas Strack (schumacher - konzept + design), Frank Puchtler (Landrat Rhein-Lahn-Kreis, Zweckverbandsvorsteher), Roger Lewentz (Innneminister Rheinland-Pfalz), Dr. Armin Thommes, Dr. Ulrich Kleemann (Präsident SGD Nord)

Mittelrhein. Die Gemälde von William Turner zählen zu den wichtigsten und populärsten Kunstwerken der Rheinromantik. Der britische Maler bereiste mehrfach den Rhein und schuf mit fast fotografischer Präzision, aber dennoch künstlerisch überhöht und collagiert, Aquarelle von Landschaften, Städte und menschliche Aktivitäten im Mittelrheintal.

Insgesamt 26 Malstandorte William Turners erster Rheinreise von 1817 konnten durch den Künstler Dr. Armin Thommes lokalisiert werden. Die ersten vier inszenierten Standorte wurden nun feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Drei befinden sich in St. Goar (William-Turner-Platz, Alexanderplatz, Hafen Hunt) und einer in St. Goarshausen (Fußweg zur Burg Katz). Die Häufung ist der Begeisterung Turners für diesen Abschnitt des Rheines geschuldet.

An den Standorten geben begehbare Informationstafeln Hinweise auf den Ursprung des dort entstandenen Meisterwerks, vertiefte Fußspuren geben die korrekte Blickrichtung vor, die dem jeweiligen Ausschnitt des Gemäldes entspricht. Die Fußspuren animieren intuitiv dazu, die Perspektive des Malers einzunehmen – und wortwörtlich in seine Fußstapfen zu treten. Der Betrachter wird eingeladen, selbst für einen Augenblick innezuhalten, um die Faszination und die besondere Atmosphäre der Landschaft am Fuße des Rheins auf sich wirken zu lassen und den Moment – wie Turner – zu bewahren. Ein QR-Code auf den begehbaren Infotafeln verknüpft den Standort des Betrachters mit der Website. Unter www.turner-route.de finden sich neben Detailinformationen zu Werk und Ort auch Hintergründe zum Projekt.

Das Kommunikationskonzept aus digitaler Information, Printmedien in Form von Postkarten und der Standortinstallation wurde ausgearbeitet von schumacher - konzept + design aus Darmstadt und gewann sowohl den ICONIC Design Award 2017 als auch den German Design Award 2018.

Der Einladung des Verbandsvorstehers Frank Puchtler zur feierlichen Einweihung folgten rund 50 Personen aus den Kreisen des Zweckverbandes, Vertreter des Tourismus und am Projekt beteiligte Personen und Behörden. Unter Ihnen waren die Fördergeber Innenminister Roger Lewentz und LAG –Vorsitzender Thomas Bungert, denen Frank Puchtler seinen herzlichen Dank für die großzügige Unterstützung aussprach.

Frank Puchtler übergab gemeinsam mit Loreley Tasmin die Schenkungsurkunde an den St. Goarer Stadtbürgermeister Horst Vogt, der sich freute, dass der Startschuss zur Turner-Route in St. Goar erfolgte und im St. Goarer Stadtgebiet noch weitere Standorte folgen werden.

Weitere Malstandorte sollen noch in diesem Jahr beauftragt werden, so dass die gesamte Serie in den kommenden Jahren fertiggestellt werden kann.

 

 

In der Konzepterstellung und dessen Umsetzung wurde der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal über LEADER-Mittel der LAG Welterbe Oberes Mittelrheintal unterstützt.

 

Die Realisierung der Standorte wurde über Städtebaumittel des Landes Rheinland-Pfalz realisiert.

 

 

Rheinromantik

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Mitterhein für eine neue Generation von Literaten, Malern, Musikern, Dichtern und Denkern die Quelle ihrer Inspiration. Die ungezähmte Natur in all ihrer natürlichen Stärke und Urwüchsigkeit – manifestiert in schroffen Felsen, dem majestätischen Fluss, den steilen Hängen und von Ruinen gekrönt – wurde zum ästhetischen Ideal einer ganzen Epoche: die Rheinromantik war geboren. Durch ihre Werke hinterließen sie »Spuren« – in Form von Briefwechseln, Reisebeschreibungen, Gemälden, Gedichten, Sagen und Gesängen. Ihr Schaffen animierte viele Menschen dazu, das Mittelrheintal zu bereisen. Das erste bedeutsame touristische Reiseziel in Deutschland war geboren – das Mittelrheintal.

William Turner

Die Gemälde von William Turner zählen zu den wichtigsten und populärsten Kunstwerken der Rheinromantik. Der britische Maler bereiste mehrfach den Rhein. Er war fasziniert von der Erhabenheit der Natur, den Ruinen und den weinbewachsenen Hängen des Rheins. Turners genaue Beobachtungsgabe und sein ungeheures Gespür für Dynamik und Lichtspiele hinterließen uns zahlreiche Aquarelle basierend auf den unzähligen Skizzen seiner ersten Rheinreise 1817. Mit fast fotografischer Präzision, aber dennoch künstlerisch überhöht und collagiert, werden Landschaften, Städte und menschliche Aktivitäten von ihm festgehalten.