12.03.2018

William-Turner-Route gewinnt den „German Design Award 2018“

Einmal mehr konnte die „William Turner Route“ eine international besetzte Fachjury begeistern und gewann jüngst nach dem ICONIC Design Award 2017 nun auch den German Design Award 2018.

Das vom Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal beauftragte und von Schumacher – Konzeption + Design ausgearbeitete Kommunikationskonzept zur „William Turner Route“ gewann nun den German Design Award 2018 und wurde somit neben dem ICONIC Design Award 2017 schon zum zweiten Mal von einer internationalen Fachjury geehrt. Das crossmediale Angebot der William-Turner-Route holt Turners Werke und das Thema der Rheinromantik aus der internationalen Museumslandschaft zurück in die reale Landschaft, ins Mittelrheintal. Das Kommunikationskonzept beruht auf mehreren Säulen. Vor Ort geben begehbare Informationstafeln Hinweise auf den Ursprung des dort entstandenen Meisterwerks, vertiefte Fußspuren geben die korrekte Blickrichtung vor, die dem jeweiligen Ausschnitt des Gemäldes entspricht. Die Fußspuren animieren intuitiv dazu, die Perspektive des Malers einzunehmen – und wortwörtlich in seine Fußstapfen zu treten. Der Betrachter wird eingeladen, selbst für einen Augenblick innezuhalten, um die Faszination und die besondere Atmosphäre der Landschaft am Fuße des Rheins auf sich wirken zu lassen und den Moment – wie Turner – zu bewahren. Die ersten 4 begehbaren Informationstafeln aus Bronzeguss werden im Frühjahr 2018 in und um St. Goar und St. Goarshausen, einer Turners Lieblingsplätze am Rhein, in den Boden eingelassen. Weitere sollen noch in diesem Jahr folgen.

Ein QR-Code auf den begehbaren Infotafeln verknüpft den Standort des Betrachters mit der Website. Unter www.turner-route.de finden sich neben Detailinformationen zu Werk und Ort auch Hintergründe zum Projekt. Im Vordergrund des digitalen Angebotes steht Turners Rheinreise 1817, die dort auf interaktive Weise nachempfunden werden kann.

Die Jurybegründung für die Verleihung des German Design Award 2018 lautet:  Mit der William Turner Route bietet sich Interessierten eine so informative wie faszinierend schöne Möglichkeit, in das Werk des Malers einzutauchen. Die Kombination aus analoger Informationsgrafik vor Ort, digitaler Medientechnik und dem Realschauplatz wird zu einem interaktiven Storytelling, das eindrucksvoll in Erinnerung bleibt. Eine sowohl gestalterisch als auch technisch hervorragend umgesetzte Idee zur Stärkung der kulturellen Identität der Region.

 

 „Wir sind froh und stolz, mit unserer Arbeit im Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal ein so interessantes Thema für die Region aufzuarbeiten und gleichzeitig so viel Anerkennung hierfür zu erhalten, sei es durch den beiden hochrangingen Design Awards, dem Interesse bei Pressereisen und vor allem auch dem Interesse der Gäste“, so Frank Puchtler, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal. „Ein großer Dank gilt der Designagentur Schumacher, die diese faszinierende Thematik so eindrucksvoll umgesetzt haben“.

 

Neben Turner sollen in der Folge weitere „Spuren der Rheinromantik“ aufgearbeitet werden, um die kulturelle Identität der Region zu stärken.

 

German Design Award

Der German Design Award ist der internationale Premiumpreis des Rat für Formgebung und zählt zu den anerkanntesten Design-Wettbewerben weltweit. „Seit unserer Gründung 1953 ist es eine unserer zentralen Aufgaben, das internationale Design-Geschehen zu beobachten, zu analysieren und zu bewerten“, erläutert Andrej Kupetz, Hauptgeschäftsführer des Rat für Formgebung. „Die jährlichen Preisträger stehen nicht nur beispielhaft für den wirtschaftlichen und kulturellen Wert herausragender Gestaltung, sondern bieten auch Orientierung und repräsentieren aktuelle Themen und Gestaltungsrichtungen“, so Kupetz weiter.

 

Rat für Formgebung

Der Rat für Formgebung zählt zu den weltweit führenden Kompetenzzentren für Kommunikation und Wissenstransfer im Bereich Design. Seinem Stifterkreis gehören aktuell mehr als 290 Unternehmen an. Der Rat für Formgebung wurde 1953 auf Initiative des Deutschen Bundestages gegründet, um die Designkompetenz der deutschen Wirtschaft zu stärken. Seine vielseitigen Aktivitäten verfolgen ein Ziel: die nachhaltige Steigerung des Markenwerts durch den strategischen Einsatz von Design zu kommunizieren.

 

Rheinromantik

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Mitterhein für eine neue Generation von Literaten, Malern, Musikern, Dichtern und Denkern die Quelle ihrer Inspiration. Die ungezähmte Natur in all ihrer natürlichen Stärke und Urwüchsigkeit – manifestiert in schroffen Felsen, dem majestätischen Fluss, den steilen Hängen und von Ruinen gekrönt – wurde zum ästhetischen Ideal einer ganzen Epoche: die Rheinromantik war geboren. Durch ihre Werke hinterließen sie »Spuren« – in Form von Briefwechseln, Reisebeschreibungen, Gemälden, Gedichten, Sagen und Gesängen. Ihr Schaffen animierte viele Menschen dazu, das Mittelrheintal zu bereisen. Das erste bedeutsame touristische Reiseziel in Deutschland war geboren – das Mittelrheintal.

William Turner

Die Gemälde von William Turner zählen zu den wichtigsten und populärsten Kunstwerken der Rheinromantik. Der britische Maler bereiste mehrfach den Rhein. Er war fasziniert von der Erhabenheit der Natur, den Ruinen und den weinbewachsenen Hängen des Rheins. Turners genaue Beobachtungsgabe und sein ungeheures Gespür für Dynamik und Lichtspiele hinterließen uns zahlreiche Aquarelle basierend auf den unzähligen Skizzen seiner ersten Rheinreise 1817. Mit fast fotografischer Präzision, aber dennoch künstlerisch überhöht und collagiert, werden Landschaften, Städte und menschliche Aktivitäten von ihm festgehalten.