09.02.2018

Jury wählt Agentur für Loreley-Vermittlungskonzept aus

Konzept der Bonner Agentur Projekt 2508 überzeugte, um den Mythos Loreley im Kultur- und Landschaftspark auf der Loreley zu vermitteln.

Die Bauarbeiten für den Kultur- und Landschaftspark liegen im Zeitplan und gehen gut voran. Die Fertigstellung des 1. Bauabschnittes ist für Anfang 2019 geplant. Um den Gästen ein einzigartiges Loreley-Erlebnis in Zukunft ermöglichen zu können, wurde mit der Auswahl eines geeigneten Büros für die inhaltliche Vermittlung des Mythos Loreley auf dem Plateau nun ein weiterer Baustein in Angriff genommen. Für die weitere Ausarbeitung des Vermittlungskonzeptes fiel in der vergangenen Woche die Wahl auf das Büro Projekt 2508 aus Bonn, die mit dem Architekten Hollenbeck aus Köln zusammenarbeiten.

Drei renommierte Agenturen aus Deutschland und der Schweiz hatten sich der herausfordernden Aufgabe gestellt, Ideen zu entwickeln, wie der sagenumwobene und schwer greifbare Mythos Loreley im neuen Kultur- und Landschaftspark vermittelt werden kann. Dazu hatte der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal in enger Abstimmung mit der Verbandsgemeinde Loreley als Vorhabenträger, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord sowie der Generaldirektion Kulturelles Erbe aufgerufen. Ein zentraler Ausstellungsraum im vorderen Bereich des Landschaftsparks sowie sogenannte „mythische Orte“, die sich entlang eines Pfades vom Eingang ins Parkgelände bis zur Felsspitze schlängeln, stehen für die inhaltliche Vermittlung zur Verfügung. Aber auch darüber hinaus durften die Agenturen, allesamt Experten im Bereich Architektur, Szenografie und Ausstellungsdidaktik, das Plateau zur inhaltlichen Vermittlung des Mythos Loreley einbeziehen.

Die Entscheidung war nicht einfach und fiel letztlich auf das Konzept der Bonner Ausstellungsmacher, die den Fels in den Mittelpunkt der Konzeptidee stellen. Die Inhalte und Vermittlungsziele im künftigen Kultur-und Landschaftspark umfassen alle relevanten Themen, wie die geomorphologische und naturräumliche Entwicklung des Felsens, die Vor- und Frühgeschichte der Loreley, die Bedeutung des Namens Loreley und die Entstehung der Echomythen sowie die Erfindung des Mythos Loreley in der Rheinromantik. Das Gesamtkonzept bindet die vier mythischen Orte unter freiem Himmel im Kultur- und Landschaftspark sowie den Mythosraum zur Wissensvermittlung ein und überzeugte aber letztlich insbesondere durch eine spannende Inszenierung der mythischen Erfahrung des Ortes, die über die reine Wissensvermittlung zum Mythos hinausgeht. In der Mitte des Raumes soll eine Schieferskulptur geschaffen werden, die neben den Wänden des Raumes als Projektionsfläche mittels Medientechnik genutzt wird. Die schlank nach oben ragende und sich auflösende Skulptur aus Schieferplatten sticht durch die geöffnete Raumdecke und wird von der umhüllenden Dachkonstruktion in Form eines gläsernen Felsens „eingefangen“. Die inhaltliche Aufladung des bislang als Kristall bezeichneten Baukörpers ist damit gelungen.

Die konkrete Umsetzung liegt nun in der Hand der Verbandsgemeinde Loreley, die die Gesamtplanung aus Architektur des Baukörpers und Ausstellungskonzept noch beraten und beschließen muss. Der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal hat angeboten, die weitere inhaltliche Entwicklung des Konzeptes durch die Expertinnen und Experten seines Fachbeirates begleiten zu lassen.

Zur Jury gehörten:

Zweckverbandsvorsteher Frank Puchtler (Landrat Rhein-Lahn-Kreis), Begona Hermann (Vizepräsidentin der ADD), Thomas Metz (Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz), Werner Groß (Bürgermeister der VG Loreley), Armin Schaust (VG Loreley), Ursula Knabe (Initiative Baukultur für das Welterbe Oberes Mittelrheintal), Nadya König-Lehrmann (Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal), Prof. Markus Neppl, Prof. Heinz-Dieter Quack, Prof. Ulrike Kirchner, Prof. Guido Spars, Prof. Raimund Stecker (alle Fachbeirat des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal) sowie beratend Herr Dittrich und Herr Knabe (werkteam Loreley)