26.06.2017

Welterbe-Experten an der Loreley-Schule ausgebildet

Schülerinnen und Schüler der St. Goarshäuser Loreley-Schule haben sich als Welterbe-Experten qualifiziert. Dass Modellprojekt findet im Rahmen der „Welterbe-Bildung“ im Oberen Mittelrheintal in Kooperation mit dem Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz sowie dem Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal statt.

Die Vermittlung des Welterbes ist eine zentrale Aufgabe der UNESCO Welterbestätten, denn nicht immer ist der außergewöhnliche universelle Wert, der eine Stätte als UNESCO-Welterbe auszeichnet, auf den ersten Blick erkennbar. Im Welterbe Oberes Mittelrheintal hat sich daher ein Netzwerk aus dem Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz, dem Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal sowie Schulen der Region gebildet, die gemeinsam an Projekten zur Welterbevermittlung arbeiten. In der Vergangenheit wurde bereits eine Lehrerhandreichung erarbeitet, die vielfältige Ideen für Unterricht, Projekttage und Exkursionen bereithält und mittlerweile von der Deutschen UNESCO Kommission als gutes Praxisbeispiel der Welterbe-Bildung hervorgehoben wird. Darauf aufbauend wurden nun „Welterbe-Experten“ im Oberen Mittelrheintal ausgebildet. Schülerinnen und Schüler haben sich dabei im Umfeld ihrer Schule zu Experten für das UNESCO Welterbe qualifiziert.

Auf der Loreley-Schule wurden nun die ersten sieben „Welterbe-Experten“ durch das Netzwerk zertifiziert. Neben grundlegenden Informationen zum Welterbe standen die keltischen Spuren im Zentrum der etwa 30-minütigen Führung rund um die Loreley-Schule. Neben dem reinen Fachwissen kam es auch auf freies Reden, Präsentationstechnik sowie das Führen der Gruppen an. Erfreulicherweise konnte allen beteiligten Schülerinnen und Schülern das Zertifikat zum „Welterbe-Experten“ überreicht werden, so dass ab sofort die Experten und Expertinnen für Schulklassen ihrer sowie anderer Schule für Führungen bereitstehen.

Ein erster Austausch ist bereits mit dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Betzdorf geplant. Auch wenn das Gymnasium in Betzdorf außerhalb des Oberen Mittelrheintals liegt, beteiligt sich die UNESCO-Schule am Projekt und hat mittlerweile ebenfalls sechs Welterbe-Experten bzw. Expertinnen ausgebildet, die sich im Schwerpunkt mit der Falknerei befassen. Im Dezember 2016 ist die Falknerei in Deutschland von der  UNESCO in die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen worden. Außerdem steht am Betzdorfer Gymnasium ein weiteres Projekt kurz vor dem Abschluss. Als Ergebnis eines Klassenprojekts zum Thema Sagen von „Rhein und Westerwald“ wird es bald noch weitere Welterbe-Expertinnen und -Experten geben.

Alle Projekte haben das gemeinsame Ziel, die Ideale der UNESCO zu vermitteln, nämlich Kultur und Natur als verbindendes „Welterbe“ der ganzen Menschheit zu sehen und zu schützen. Das Besondere am Pilotprojekt „Welterbe-Experten“ ist dabei, diese Vermittlung so weit wie möglich von Schülerinnen und Schülern selbst gestalten und durchführen zu lassen. Dabei können nicht nur verschiedene Altersgruppen, sondern sogar ganz unterschiedlich Schulformen zusammenarbeiten.