07.04.2017

Austausch der Obstregionen

Die Rhöner Apfelinitiative zu Gast beim Projekt Mittelrhein-Kirschen

Mittelrhein.

Im Rahmen des Projekts Mittelrhein-Kirschen des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal informierten sich am 06. April die beteiligten Akteure und interessierten Kirschbaum-Besitzer über Möglichkeiten einer gemeinsamen Verwertung und Vermarktung der Kirschen im Oberen Mittelrheintal. Hierzu hatte der Zweckverband die Geschäftsführerin des Vereins Rhöner Apfelinitiative, Astrid Schäfer, nach Filsen eingeladen.

Rund 20 Teilnehmer konnten bei der Vorstellung der Apfelinitiative viel aus den Erfahrungen der Rhön lernen. Die Apfelinitiative führte für die Rhöner Äpfel eine Bio-Gruppenzertifizierung durch und hat mittlerweile ein über 2.800 Mitglieder starkes Netzwerk aufgebaut.

Die Apfelinitiative hat es sich zur Aufgabe gemacht Menschen zu verbinden, denen der Erhalt der Rhöner Streuobstwiesen mit ihren Apfelbeständen am Herzen liegt. Dazu gehören die Apfelbauern und die Erzeuger von Apfelprodukten. Aufgaben der Apfelinitiative sind insbesondere der Erhalt der Sortenvielfalt der Rhöner Äpfel, die Absatzförderung von Streuobstprodukten und die Intensivierung der gastronomischen Verwendung des heimischen Obstes. Alles Aufgaben, die im Projekt Mittelrhein-Kirschen bislang vom Zweckverband übernommen werden.

Die Rhön hat eine Ausdehnung von rund 60 x 120 Kilometern und liegt in drei Bundesländern. Anlass zur Vereinsgründung war der drohende Niedergang der Streuobstbestände. Die Rhöner Apfelinitiative hatte bei ihrer Gründung damit eine vergleichbare Ausgangssituation wie die Mittelrhein-Kirschen im Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Insbesondere die von Astrid Schäfer dargestellten Herausforderungen und auch Rückschläge, die der Rhöner Apfelinitiative in ihren ersten Jahren zu schaffen machten, können für die Mittelrhein-Kirsche lehrreiche Beispiele sein. Hieraus ergaben sich Ansätze, welche Organisationsform in Zukunft für die Kirschen und Kirsch-Produkte geeignet ist, welche Finanzierungsmöglichkeiten hierfür bestehen und welche Formen der Zertifizierung möglich und nötig sind. Das Projekt Mittelrhein-Kirschen konnte aus diesem Austausch der Regionen viele interessante Einblicke mitnehmen und deutlicher erkennen, wo hier im Mittelrheintal Stärken und Potentiale liegen.

Das Projekt Mittelrhein-Kirschen erhält eine LEADER-Förderung im Rahmen des Entwicklungsprogramms "Umweltmaßnahmen, Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft, Ernährung" (EULLE) durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) der Europäischen Union und das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

Informationen zum Projekt Mittelrhein-Kirschen und zur Spezialitäten-Marke erhalten Sie unter www.mittelrhein-kirschen.de