19.12.2008

Der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal kauft 4 Bahnhöfe von der Deutschen Bahn

v.l.:Welterbemanager Torsten Raab, Projektleiterin Zweckverband Nadya König-Lehrmann, Bürgermeister Frank Kalkofen, Bürgermeister Dieter Clasen, Bürgermeister Bernhard Roth, Josch Braun, Landrat Bertram Fleck, Ralph Leonhard, Hans-Jörn Wilhelm, Staatssekretär Roger Lewentz, Bürgermeister Heinz Wagner, Landrat Günter Kern, Reiner Rechermann, Peter Bahles, Hilmar Schimming (Entwicklungsagentur RLP)

Am 16. Dezember 2008 hat der Zweckverband vier der zum Kauf angebotenen Bahnhöfe im Welterbetal erworben und direkt an die Gemeinde Kamp-Bornhofen, die Gemeinde Niederheimbach, die Stadt St. Goarshausen und das Weingut Bahles in Kaub weiterveräußert.

 

19. Dezember 2008 – St. Goarshausen -Der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal hat am Dienstag, den 16. Dezember 2008 den Kauf und Weiterverkauf der ersten vier Bahnhöfe aus dem Bahnhofspaket abgewickelt.

 

Zusammen mit Herrn Staatssekretär Roger Lewentz und Herrn Landrat Kern begrüßte Herr Zweckverbandsvorsteher Fleck die neuen Eigentümer im Rahmen einer kleinen Feierstunde am Bahnhof in St. Goarshausen. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und die erfolgreiche Abwicklung der Kaufverhandlungen. Er wünschte den neuen Eigentümern viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Konzepte für die Bahnhöfe und dankte dem Land noch einmal für die tatkräftige und finanzielle Unterstützung.

 

Die Bahnhöfe Kaub, Kamp-Bornhofen, Niederheimbach und St. Goarshausen sind die ersten vier aus einem Paket von insgesamt 10 Empfangsgebäuden der Deutschen Bahn, die dem Zweckverband Anfang des Jahres 2007 zum Kauf angeboten wurden. Der Bahnhof Koblenz/ Ehrenbreitstein wurde zwischenzeitlich aus dem Paket herausgenommen, da die Deutsche Bahn ihn aus betriebsbedingten Gründen noch nicht veräußern möchte.

 

Die teilweise schwierige Suche nach neuen Eigentümern, die Abstimmung der Kauf- und Förder-modalitäten sowie die ursprüngliche Auflage der Deutschen Bahn, alle 10 Bahnhöfe im Paket kaufen zu müssen, haben die Abwicklung dieser wichtigen Infrastrukturmaßnahme zeitlich in die Länge gezogen.

 

Zusammen mit dem Ministerium des Innern und für Sport, der ADD (Arbeitssitz Koblenz) sowie der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz wurde ein Masterplan erarbeitet, in dem alle Informationen zu den einzelnen Bahnhöfen zusammengetragen und daraus anschließend ein städtebaulicher Rahmenplan sowie einzelne Entwicklungskonzepte erarbeitet wurden.

 

Die Vorbereitungen des geplanten Kaufs der vier Bahnhöfe und die Überprüfung der ökonomischen Machbarkeit erfolgte durch den Zweckverband in Kooperation mit dem Innenministerium, der ADD (Arbeitssitz Koblenz), der Entwicklungsagentur/Kompetenzzentrum Bahnimmobilien sowie der Deutschen Bahn AG.

 

Die Preise der nun erworbenen Bahnhöfe liegen zwischen 25.000 und 80.000 Euro. Dabei handelt es sich um vergünstigte Preise aus dem Gesamtpaket, welches dem Zweckverband von der DB Services Immobilien GmbH im Namen der Deutschen Bahn angeboten wurde.

 

„Das Land hat an der Durchführung dieser Maßnahme im Mittelrheintal ein erhebliches strukturpolitisches Interesse. Deshalb wird das Projekt auch eine hohe Landesförderung erfahren, damit die Kommunen, aber auch Private in die Lage versetzt werden, diese touristisch wichtige Infrastruktur zu erwerben und langfristig zu erhalten“, erklärte Staatssekretär Lewentz.

 

Die Auflage des Zweckverbandes, den Reisenden und Besuchern bis spätestens zur Bundesgartenschau im Rahmen der Sanierung der Bahnhöfe sowohl mobilitätsgerechte Toiletten als auch einen Warteraum zur Verfügung zu stellen, garantiert auch zukünftig eine öffentliche Nutzung der Gebäude und eine gleichzeitige Verbesserung der örtlichen Verkehrsinfrastruktur.

 

Als Eingangstor ins Welterbe spielen die Bahnhöfe eine wichtige und zentrale Rolle. Sie sind oft der erste Eindruck, den Gäste von einem Ort erhalten. Und nicht nur Wanderer und sonstige Touristen sondern auch Pendler und Schüler sind täglich auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen. „Die vorgesehene Entwicklung der Bahnhöfe und deren Umfeld wird aber auch für die Kommunen eine nachhaltige Perspektive für ihre städtische Entwicklung sein“, so Lewentz.

 

Herr Verbandsvorsteher Fleck betonte noch einmal die wichtige Bedeutung dieses Kaufs der Bahnhöfe. „Damit schaffen wir im Oberen Mittelrheintal ein wichtiges Angebot für Touristen, die zukünftig hoffentlich noch öfter mit dem Zug hier zu uns an den Rhein kommen. Wir müssen weiter die Initiative übernehmen, die vorhandenen Bahnstrecken und Bahnhöfe für unsere Zwecke nutzen und damit den Personenverkehr stärken!“, so Fleck.

 

Die noch verbliebenen Bahnhöfe in Bacharach, Oberwesel, Osterspai, Rhens und St. Goar sollen nach Möglichkeit in den nächsten beiden Jahren, also ebenfalls bis zur Buga 2011 in Koblenz vom Zweckverband gekauft und weiterveräußert werden. Der Welterbemanager Torsten Raab wird deshalb schon im Frühjahr 2009 die Umsetzung der nächsten Empfangsgebäude im Oberen Mittelrheintal angehen und Kontakt mit den Kommunen und übrigen Interessenten aufnehmen.